Challenge Roth 2012 – Das Rennen

Nun war er da, der große Tag und ich war krank. Ja, ich konnte es selbst kaum glauben und habe auch seit Donnerstag versucht das zu leugnen. Auch keines der mir bekannten Hausmittelchen hat geholfen die Erkältung noch in ihren Anfängen zu ersticken. Am Samstag habe ich nur noch einen kurzen ruhigen Lauf von 20 min gemacht. Den Rest des Tages habe ich die Wettkampfsachen gepackt und abgehangen. Ja, tatsächlich mal gar nichts gemacht. Das ging besonders gut bei Andy und Andre am Camper 😉 Mittags gab es nochmal Pasta und abends dann nur noch Laugenbrezeln 🙂

Schon die letzten Nächte hatte ich kaum geschlafen, das war auch in der Nacht vor dem Wettkampf nicht anders, andauernd musste ich Husten. Der Wecker klingelte um 3.35 Uhr, kurz gedehnt, angezogen, Sachen zusammen gepackt und ab zum Frühstück. Frühstück fragt ihr euch? Ja, es gab um 4.00 Uhr Frühstück, mit selbstgebackenem Hefezopf vom Allerfeinsten!!! Unsere Unterkunft im Landgasthof Krug sozusagen ein echter Geheimtipp! So ging es dann gestärkt auf nach Hilpoltstein zum Schwimmstart. Wir waren recht früh dran, aber das war gut so, so hatte ich keine Chance im Stau meine Nerven zu verlieren 😉 Auf dem Weg vom Auto zum Start habe ich dann noch die obligatorische Banane gegessen. In der Wechselzone war eine ganz besondere Stimmung: Es lief ganz ruhige Musik und auch die Durchsagen erfolgten mit solch einer Ruhe, da konnte man gar nicht doll nervös sein. So habe noch einmal in aller Ruhe das Rad ein letztes Mal gecheckt, Flaschen eingesteckt und Riegel aufgeklebt. Ja und dann war es soweit, nach einigen Dixie-Besuchen habe ich den Neo angezogen und dann wurde ich doch wieder etwas unruhig. Aber nachdem mir schon beim Frühstücken missmutige Blicke zugeworfen wurden jedes Mal wenn ich Husten musste, hatte ich mein Tagesziel meinem Gesundheitszustand angepasst: Glücklich und zufrieden über die Ziellinie laufen und den Wettkampf genießen. (Nur soll sich an mir bloß niemand ein Beispiel nehmen, gesünder wäre es gewesen nicht zu starten, denn es kann gefährliche Nachwirkungen haben krank an den Start zu gehen.)

15 Minuten nach den Pro’s und schnellen AK-Athlethen ging ich dann mit dem Rest der weiblichen Mitstreiter an den Start. Ich habe mir ein Plätzchen ganz rechts ausgesucht. Der Schwimmstart war dann auch total locker, keine Prügelei oder so.  Ich habe mich an zwei Mädels dran gehangen, denen bin ich dann einfach mal hinterher geschwommen  ohne mich groß anzustrengen. Erstaunlich, wie schnell eine Stunde Schwimmen vorüber gehen kann. Wir haben noch einige der vor uns gestarteten Athleten überholt. Der Wechsel und das Neo-Ausziehen haben dann auch ganz gut geklappt. Nach der entspannten Schwimmeinlage war ich sehr überrascht, als ich auf dem Rad saß und die Zeit sah — locker unter einer Stunde geblieben und das mit halber Kraft…

Auf dem Rad bin ich’s dann auch locker angegangen, Pulsgurt hatte ich keinen um, ich bin rein nach Gefühl gefahren (wäre jetzt natürlich interessant gewesen…). Aber im Training hat mein Gefühl mit dem Puls immer ganz gut korreliert. Gefühlsmäßig bin ich also die meiste Zeit GA1 gefahren, das ging sich trotzdem recht schnell an auf der ersten Runde. Klar, an den Anstiegen ging der Puls dann schon mal höher, besonders beim Solarer Berg, da geht der Puls alleine schon der Zuschauer wegen hinauf 😉 Der Support an der Strecke war wirklich einmalig! Der Wind stand ganz schön auf der Strecke  und „auf den Zug nach Greding aufspringen“ ging leider nicht, denn der Wind kam von vorne. Auf der 2. Runde habe ich mich erst gefragt, ob ich nicht doch schneller als gedacht unterwegs war, denn der Wind schien mir noch einmal stärker zu sein. Doch dem war auch so, wie ich hinterher hörte.  Weil ich’s wirklich nicht übertreiben wollte, röchelnd und hustend wie ich das geradelt bin, hab‘ ich gegen den Wind nochmal Druck aus den Pedalen genommen und so leider Zeit eingebüßt.

Es war unglaublich toll von den vielen Leuten an der Strecke angefeuert zu werden, das hat soooo gut getan. Unterwegs Tobias, Berit und Michel und Andre zu sehen war auch super, das hat mich echt aufgebaut.

Auch der zweite Wechsel lief total unkompliziert. Rad abgegeben, Beutel sofort gefunden, dann direkt abgenommen bekommen. Ich wurde nochmal mit Sonnencreme eingecremt, Konnte mir dabei in Rohe Socken und Schuhe anziehen und schon gings los. Direkt zu Anfang bin ich ein irres Tempo gelaufen und habe mich versucht möglichst rasch zu fangen. So kam es super aus, dass ich schon zu Anfang einen Laufpartner gefunden habe, der auch einen Schnitt von 5min/km laufen wollte. So konnten wir uns anfangs gegenseitig zügeln. Es gesellten sich noch 2-3 weitere Läufer hinzu. So sind wir dann die ersten 12 km zusammen gelaufen, 4:50/km. Dann haben die Jungs leider abreißen lassen und ich bin mehr oder weniger alleine meines Weges gelaufen. (Da es eine Wendepunktstrecke ist kommen einem ja immer Leute entgegen.) Unterwegs habe ich dann auch Andy noch gesehen, auf der Jagd nach der 2. Frau 😉 Entlang der Strekce gab es wieder viele Stimmungsnester. Tobias, Berit und Michel und Andre hatten sich auch gut verteilt. So bin ich eine ganze Weile sehr entspannt im 4:50er Schnitt gelaufen. Klar, irgendwann kam dann doch ein kleiner Einbruch und ich kann euch sagen, ich hatte das Gefühl, meinen Mandeln sind schon von außen sichtbar, so dick haben sie sich angefühlt. Eigentlich wäre mein Plan gewesen bei km 30 noch mal Tempo drauf zu legen, doch heute wollte ich einfach nur noch durchlaufen und nicht zu viel riskieren. Doch irgendwie konnte ich nicht umhin gegen Ende doch noch mal Tempo zu machen, die letzten beiden Kilometer waren dann noch mal richtig schnell. Der Zieleinlauf war einfach grandios! Man läuft halt durch diese jubelnde Menschenmenge und kann gar nicht anders als  ein Honigpferdgrinsen zu zeigen. So bin ich überglücklich und mehr als zufrieden in 9h 53min 6sek ins Ziel gelaufen!!!! Insgesamt 21. Frau und 6. in der AK30.

Unglaublich, was an dem Tag möglich war und wie mega gut ich drauf gewesen bin… was nur ohne Erkältung und mit Einsatz an dem Tag möglich gewesen wäre? Aber es war auch so ein genialer einmaliger Tag und eine super Langdistanz-Premiere.

Ergebnis Challenge Roth 2012

Und hier noch ein paar Bilder vom Tag davor, vom Wettkampf und danach:

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