Kona 2014 – Mein später Rückblick


Warum ich jetzt erst darüber schreibe? Ach, da gibt es jede Menge Gründe die zusammengekommen sind, die hier aufzuzählen wäre jetzt aber nicht wirklich spannend und daher lasse ich es einfach bleiben und berichte über den Tag aus meiner Sicht:
Zunächst einmal hieß es auch für mich, zusammen mit Chris, früh aufstehen. Nach einem kleinen Frühstück sind wir dann mit Uli und Erich Richtung Start gefahren. Chris und ich sind dann Richtung Wechselzone gegangen, bzw. zunächst zum bodymarking. Es lag ein tolles Gefühl, ein Knistern in der Luft. Das bodymarking ist etwas besonders, bei den wenigsten Wettkämpfen über die Langdistanz wird das durchgeführt. Jeder bekommt ein Tatoo mit seiner Startnummer auf den Oberarm und auf dem Weg zur Wechselzone werden die Athleten dann gewogen. Danach hat man dann noch einmal die Chance die Sportler zu sehen und ich konnte Chris noch einmal in den Arm nehmen und viel Glück wünschen bevor auch er in der Wechselzone verschwunden ist. Während dort die letzten Vorbereitungen für das Rennen liefen habe ich mir, wie so viele andere auch einen bestmöglichen Platz gesucht von wo aus man den Start beobachten konnte. Die Zeit bis zum Start habe ich mir mit zwei großen Latte macchiato vertrieben 
Auch bei den Zuschauern stieg die Nervosität und Anspannung und um 6.30 Uhr fiel der Startschuss für die Pro-Männer, um 6.25 Uhr durften die Pro-Frauen los. Die Altersklassenathleten mussten noch bis 6:50 Uhr warten, dann wurden auch sie endlich ins Wasser geschickt. Der Start der Agegrouper ist schon immer noch etwas ganz besonderes, wenn so viele Sportler auf einmal losschwimmen. Dieses Jahr gab es auf Hawaii eine Premiere, denn die Agegroup-Frauen starteten erst 10 min nach den Männern, was sicherlich eine Erleichterung für den Schwimmstart bei den Frauen ist, weil nicht ganz so viel Gedränge entsteht  Aber es war auch schon etwas ganz besonderes mit allen anderen, auch den Männern auf die Strecke zu gehen…
Bevor die ersten Profis den Schwimmausstieg wieder erreicht haben, habe ich mich auf den Weg zur Palani-Road gemacht. Dort kommen die Ironmänner- und Frauen zu Beginn der Radschleife drei Mal vorbei. Es war sehr spannend darauf zu warten wer als erster vorbei kommen würde und wie schnell es dann die Palani Road runter gehen würde. Ganz vorne dabei Jan Frodeno und Nils Frommhold, Sebastian Kienle war zu dem Zeitpunkt noch etwas weiter hinten. Erstaunt war ich wieviel sich schon auf dieser ersten Stadtschleife ändert, da hat sich vorne einiges verschoben. Aber das eigentliche Rennen fängt ja erst auf dem Highway und so richtig erst auf dem Rückweg von Hawi an. Während wir also an der Palani standen ist uns richtig heiß geworden. Im Laufe des Tages ist es aber in Kona selber etwas abgekühlt, was für das Laufen später von Vorteil war. Doch zunächst einmal musste das Radfahren beendet werden und das war wieder einmal ein harter Kampf. Je weiter die Zeit voran schritt, desto mehr frischte der Wind auf und war neben der Hitze ein harter Gegner für alle. Der Mumuku forderte wirklich alles. So wirklich weiß ich die Verhältnisse im Vergleich zu den Vorjahren nicht einzuschätzen, es heisst der Wind sei viel stärker gewesen, aber die Radzeiten, zumindest die der vorderen waren nicht wirklich langsamer als in den Vorjahren. Während sich das Rennen nun außerhalb von Kona abspielte bin ich zunächst einmal zurück zum Apartment und habe dort das Rennen vor dem Bildschirm weiter verfolgt und bin dann rechtzeitig wieder raus an die Laufstrecke um die ersten Pro-Männer- und Frauen dort zu sehen und anzufeuern. Unglaublich was da für ein Tempo abging, ganz ehrlich, ich habe befürchtet, dass Sebastian Kienle sich zu Anfang des Laufens etwas übernommen hat und die Verfolger sahen alle auch noch sehr gut aus. Umso mehr hat es mich am Ende gefreut, als klar wurde, dass es wieder einen deutschem Ironman-Sieger geben würde, doch bis hierhin mussten ja schon noch ein paar Kilometer gelaufen werden  Genauso wenig habe ich Miranda Carfrae zugetraut, dass sie die Lücke nach vorne noch zulaufen kann, vor allem da sie nicht gerade sehr frisch aussah, natürlich relativ gesehen  Und mit der Meinung war ich wohl nicht alleine…
Da ich schon sehr neugierig war wie sich andere die Palani laufend hochbemühten, bin auch dann also dorthin und konnte Thomas, Markus und Chris schon ein erstes Mal anfeuern. Was meinen Eindruck betrifft, so mag man vielleicht an der Palani einen Eindruck bekommen wie fit der eine oder die andere noch ist, aber den weiteren Rennverlauf kann man trotzdem nicht vorhersagen, auf dem Highway und im Energy Lab kann noch soooo viel passieren! Ich habe noch gewartet bis Chris noch einmal bei mir vorbei kam und habe mich dann Richtung Ziel aufgemacht. Wenn ich schon als Zuschauer auf Hawaii bin, dann will ich auch die Sieger live über die Ziellinie gehen sehen. Und ich kann euch sagen, das war ein, nein waren zwei bzw.drei ganz wunderbare Momente, die ich so schnell nicht vergessen werden und von denen ich während meines Trainings zehren werde. Der Sieg von Sebastien Kienle hat mich zu Tränen gerührt, er hat so dafür gekämpft und er hat einfach einen verdammt guten Tag erwischt und er hat es sich so verdient. Zwischenzeitlich wurde auf der Leinwand das Rennen der Frauen eingeblendet und es war so unfassbar, was Miranda Carfrae vollbracht hat und als sie über die Ziellinie ist war das für mich nochmal mehr emotionaler. Das ist mir so ans Herz gegangen! Ich war total überwältigt was da mit mir passiert ist, damit hatte ich nicht gerechnet.
Dann hieß es noch auf Christian warten und die Spannung in mir stieg, wie der die letzten Kilometer wohl geschafft hat. Und dann kam auch Chris endlich und ich hab mich so riesig mit ihm gefreut als er sich seinen Traum erfüllt hat. Und da ich ganz vorne stand konnte er sich auch direkt seinen Finisher-Kuss abholen  Wir waren so überglücklich.

Die nächsten Stunden konnte ich dann zusammen mit Chris im Finisher-Garden geniessen, dann sind wir zunächst nach Hause, aber nur um uns für die Finishline-Party noch mal frisch zu machen. So wie der Tag begonnen hat, hat er auch geendet, mit viel Gänsehaut…

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